Portrait zeichnen lassen
Zeichnentechniken für Portraitzeichnungen

Zeichntechniken

Bleistiftzeichnung

Eine der bekanntesten und beliebtesten Zeichentechniken ist die Bleistiftzeichnung. Mithilfe des Bleistiftes lässt sich vieles „anstellen“. Er ist nicht nur das perfekte Werkzeug, wenn es darum geht seine Bildidee vor zu skizzieren, sondern taugt auch ideal dazu dem gezeichneten Portrait Plastizität und Haptik zu verleihen. Kein Wunder also, dass bereits Ägypter vor 5000 auf die Idee gekommen sind Bambus- und Papyrusrohre mit flüssigem Blei zu füllen und diese dann als Schreibwerkzeuge zu verwenden. Eine gute Idee, die sich auch heute noch bewährt. Ich persönlich zeichne ausgesprochen mit dem Bleistift. Die Vorzüge einer Bleistiftzeichnung liegen vor allem in der Möglichkeit mittels unterschiedlichen Drucks verschieden dunkle Grauwerte ganz intuitiv zu erzeugen. Somit lassen sich mit einigen wenigen Handgriffen schon vorzeigbare Ergebnisse erreichen. Ein weitere Vorteil von Bleistiftzeichnungen gegenüber anderen Materialien liegt natürlich darin, dass Fehler schnell mit einem Radiergummi ausgebessert werden können. Somit ist der Bleistift ein sehr dankbares und einsteigerfreundliches Medium, mit welchem auch Anfänger sehr gut lernen können zu zeichnen. Neben der fertigen Bleistiftzeichnung eignet sich der Bleistift auch hervorragend dazu Ideen zu skizzieren und Portraitzeichnungen vorzuziehen, welche man zum Beispiel mit Feder und Tusche später ausformuliert. Der Bleistift ist in vielen verschiedenen Härte-Graden erhältlich, was auch nötig ist für die vielen unterschiedlichen Belange des Zeichners. Die Härte reicht von 9H (extrem hart) bis 9B (sehr weich). Grundsätzlich kann man zusammenfassen, dass man harte Bleistifte benutzt um das Bildmotiv vorzuskizzieren. Diese erscheinen auf dem Papier grau und sehr hell. Auch beim Zeichnen spürt man die Härte des Stiftes, da man stärker auf dem Papier aufdrücken muss um einen Strich zu zeichnen. Mittlere Bleistifte nutzt man dagegen für das was man herkömmlich unter Zeichnen versteht: Schraffieren und Konturen zeichnen. Die ganz weichen Bleistifte machen zwar irgendwie Spaß, allerdings muss man ungemein aufpassen, sauber zu arbeiten. Schnell passiert es, dass man Details „totzeichnet“ und durch Unachtsamkeit mit der Hand über das Bild fährt und das eben gezeichnete verwischt, was zur Folge hat, dass die Portraitzeichnung dreckig aussieht, was man auch schwer mit einem Radiergummi wieder wegradiert bekommt. Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Bleistiftzeichnung ist dank geringer finanzieller Schwelle und der Einfachheit des Materials eine gute Methode für Anfänger um zeichnen zu lernen, bietet aber dennoch genug Potenzial für erfahrene Portraitzeichner. Sollten Sie überlegen, ein Portrait zeichnen zu lassen, ist eine Bleistiftzeichnung eine gut Wahl.

Graphitzeichnung

Technisch betrachtet ist ein Graphitstift nicht anderes als ein Bleistift mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Holzummantelung fehlt und anstelle dessen der gesamte Stift aus Graphit besteht. Das macht ihn zwar schwerer als den Bleistift, wie aber sooft hat diese Zeichentechnik auch einen eigenen Reiz: Durch die größere Oberfläche des Stiftes kann man schnell und effektiv größere Flächen „füllen“. Diese wirken dann zwar eher grob, bilden aber neben Schraffuren eine andersartige und dennoch spannende Qualität. Eine Zeichnung lebt von Kontrasten. Diese können unterschiedlicher Natur sein: Farbkontraste, Hell-Dunkel-Kontraste, Kontraste in der Schraffur etc.. All dies sind Kriterien, die eine Zeichnung beleben und die Spannung unter technischen Gesichtspunkten erzeugen. Ich persönlich arbeite gerne sowohl mit dem Bleistift als auch mit dem Graphitstift – quasi gemischt. Zuerst erarbeite ich mit einem harten Bleistift die grobe Form des Zeichenmotivs. Danach „fülle“ ich die dunklen Bereiche grob mit dem Graphitstift. Gegebenenfalls bearbeite ich die Flächen mit dem Radiergummi. Zum Schluss kommen die Schraffuren und Konturen mit einem mittel-weichen bis weichen Bleistift. Ich mag besonders den qualitativen Kontrast zwischen den groben Dunkelflächen und den detailreichen Schraffuren, die maßgeblich zur Haptik der Zeichnung beitragen. Verliert man sich zu sehr in den Details, wirkt die Portraitzeichnun oftmals langweilig, da sämtliche Bildbereiche gleichwertig wirken und es der Zeichnung und Roughness mangelt.

Welcher Bleistift eignet sich für welche Zeichnung?

  • 9H bis 6H: extrem hart → Vorzeichnung, technische Zeichnung
  • 5H bis 3H: sehr hart → Vorzeichnung, technische Zeichnung
  • 2H bis H: hart → Vorzeichnung, technische Zeichnung
  • F bis HB: mittel → Konturen und Schraffuren
  • B bis 3B: weich → Konturen, Schraffuren und Wischtechnik
  • 4B bis 9B: sehr weich → Wischtechnik

Pastellzeichnung

Wenn man seine Portraitzeichnungen bunt mag, kann man getrost zur Pastellkreide greifen. Ich persönliche finde monochrome Zeichnungen meist besser, da Pastellkreide die Gefahr birgt schnell kitschig zu wirken. Dennoch beherrschen einige Portraitzeichner diese Technik so gut, dass man erst auf den zweiten Blick erkennt, dass es sich um eine Zeichnung handelt und nicht um ein Foto. Es ist vor allem Geschmackssache. Ich persönlich finde es zwar technisch gesehen beachtlich, unter künstlerischer Betrachtung jedoch oftmals langweilig, wenn eine Zeichnung aussieht als wäre sie ein Foto.

Kohlezeichnung

Mit Kohlezeichnungen verhält es sich ähnlich wie mit sehr weichen Bleistiften. Vorsicht ist geboten, zwar macht es Spaß den eindringlichen Effekt beim Zeichnen zu sehen, allerdings birgt Kohle die Gefahr schnell unsauber zu wirken, weswegen es ratsam ist, sich genügend Zeit zu nehmen und seine Striche wohl zu überdenken. Kohle eignet sich darüber hinaus hervorragend zum Wischen. Man sollte jedoch pingelig darauf achten, es nicht zu übertreiben und diese Technik nur akzentuiert einzusetzen, da die Zeichnung sonst schnell billig und unprofessionell wirkt. Tusche Meine persönliche Lieblings-Zeichentechnik ist die Tuschezeichnung. Offensichtlich liegt nicht nur mir dieses Medium sehr am Herzen, denn Tuschezeichnungen haben vor allem in China und Japan lange Tradition, welche auch auf europäische Künstler stark inspiriert und fasziniert. Während im fernen Osten vorrangig Tusche mit dem Kalligrafie-Pinsel aufgetragen wird, verwendet man in unseren Breitengrade zumeist eine Zeichenfeder. Diese ist weitaus feiner als der Pinsel und diktiert dementsprechend auch eine andere Arbeitsweise. Maßgeblich für die Tuschezeichnung ist die Schraffur. Zwar wird oft auch mit Konturen gearbeitet, jedoch (finde ich) entfaltet die Tuschezeichnung ihr Potenzial erst in der Haptik einer dynamische Kreuzschraffur. Als besonderer Vertreter ist (jedem bekannt) Rembrandt. Nimmt man sich die Zeit seine Werke aus der Nähe zu betrachten bemerkt man wie exakt und zugleich intuitiv die Schraffuren insbesondere seiner Portraitzeichnungen sind. Rembrandt schafft es - ohne sich in Details - zu verlieren das Wesentliche einer Person aus dem Dunklen herauszuarbeiten und plastisch und spannend in Szene zu setzen. Wo wir auch schon beim Thema Licht und Schatten wären: Dank des großen Helligkeits-Kontrastes, das schwarze Tusche auf weißem Papier erzeugt, kommen vor Allem Motive, welche vom Licht-und-Schatten-Spiel leben, gut zur Geltung. Portraits erhalten als Tuschezeichnung eine geheimnisvolle Aura stechen aufgrund des starken Kontrastes schnell ins Auge.